Plettenberger KulTour GmbH

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Der kleine Finger

Informationen zur Künstlerin

  • Name: Carina Schüring
  • Geburtsort: Nordhorn
  • Geburtsjahr: 1990

Biographie

  • 2010 Praktikantin in der Theaterwerkstatt Nordhorn e.V
  • 2011-15 Studium AKI ArtEZ Academie voor Art & Design in Enschede
  • lebt und arbeitet in Neuenhaus, Kreis Grafschaft Bentheim

Informationen zum Kunstwerk

  • Entstehungsjahr: 2016
  • Technik: Öl auf Leinwand
  • Original Format: 60 x 80 cm
 
Weitere Informationen:
Carina Schüring hat 2016 mit dem Team „Stadtschatten“ um Patrick Tussnat kooperiert und das gleichnamige Buch illustriert.





"Unser Motiv für ihre Wahl zur Stipendiatin 2016 war vor allem ihre Unverbrauchtheit und Frische, dass sie ganz am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn steht. Schon in ihren Bewerbungsbildern war erkennbar, worum es ihr genau geht bei der Kunst. Bei dem Wort „erkennbar“ muss ich stocken. Das Wesen ihrer Kunst ist eben nicht so leicht erkennbar, jedenfalls ging es mir so, doch dazu später mehr. Ihre eigene Handschrift war schnell identifizierbar: Die Anlage ruhiger Flächen, eine starke Abstraktion, scharfe Konturen, die Gegenständlichkeiten erahnen lassen, Hell-Dunkel-Kontraste, Hart-Weich-Kontraste – überhaupt Kontraste. Weitere Ausstattungsstücke befinden sich im Saal: Tische, eine Anrichte, ein Podest und sogar eine (symbolische) Sitzgelegenheit für die Zubereitung und den Konsum von Tees. Das Kaufen und Sammeln von Tee-Kräutern ist eine Leidenschaft unserer Stipendiatin. Die hier gezeigten Gläser enthalten unterschiedlichste Teemischungen. Sie sind keineswegs nur Ausstellungsstücke – vielmehr sollen sie zum Gebrauch anregen. (…) Die Kunst steht also nicht allein sondern quasi mitten im Leben. Wenn Sie die Gemälde betrachten und sich ihre bevorzugten Mittel der Malerei vergegenwärtigen, werden sie ihre bekannten Elemente und Kompositionen immer wieder finden. Es sind die schon erwähnten Kontraste und die scheinbar alles dominierende Abstraktion. Und doch stellen sich bei intensiverer Bildbetrachtung mal eher, mal später in der Vorstellung des Betrachters bekannte Formen ein - Körperformen. Mal ein Arm, mal ein Mund, mal eine Schulter. Bei vielen Bildern sind die Körper schnell präsent, vor allem bei Betrachtung aus der Distanz, bei anderen sind sie so versteckt, dass sie erst nach Tagen oder Wochen intensiver Bildbetrachtung entschlüsselbar sind oder für ewig geheim bleiben. Die Bilder treten uns wie Persönlichkeiten entgegen – die eine ist offen, die andere verschlossen. Kunst ist Leben. Für uns als Betrachter der Kunst kann die Abstraktion ein großer Genuss sein. Sie kann uns eigene Möglichkeiten der Bildbetrachtung verschaffen, auch wenn wir die meist persönlichen Geschichten, die in den Bildern verborgen liegen, nie erfahren werden. Wir spüren aber, dass in diesen Geschichten eine Kraft liegt, die über die Ebene der Abstraktion nach Außen dringt. Als Betrachter können wir unsere eigenen Geschichten in die Bilder projizieren.“

Auszüge aus der Eröffnungsrede zur Abschlussausstellung „recreating familiarity"